×
Bereits Mitglied?
Passwort vergessen?
  • Jetzt gratis anmelden!

    Bereits Mitglied?

    weiter


Was machen eigentlich Sexualtherapeuten?

Wenn im Bett tote Hose herrscht, kann das ganz unterschiedliche Gründe habe. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, ist eine Sexualtherapie möglicherweise der richtige Ansatz, um aus dem Dilemma herauszukommen. Oh je, ich, wir und ne Sexualtherapie - warum sollten wir das tun?

Paar und Therapeut

Weißt du eigentlich, was genau ein Sexualtherapeut macht, wann du seine Hilfe in Anspruch nehmen solltest und was da überhaupt abläuft? Wenn nicht, lies doch einfach weiter!

Eins vorweg: Eine Sexualtherapie hat weder etwas mit (erotischer) Massage noch mit Tantra zu tun. Und dein Herz kann der Therapeut auch nicht reparieren. Habt ihr euch nichts mehr zu sagen und sind die Gefühle weg, könnt ihr euch Zeit und Geld für eine Therapie sparen.

Was ist Sexualtherapie eigentlich?

Bevor wir deine Fragen beantworten, schauen wir zunächst genauer hin, wie, wann und vor allem warum diese Therapieform entstanden ist.

In den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts starteten der Gynäkologe William Masters und dessen Assistentin Virginia Johnson ein wissenschaftliches Experiment. Freiwillige Probanden hatten unter Laborbedingungen Sex. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass Frauen und Männer dabei unterschiedliche Bedürfnisse haben. Daraus entwickelten sie die klassische Sexualtherapie mit dem Ziel, den Sex US-amerikanischer Paare zu retten.

Der Fokus der zwei- bis dreiwöchigen Therapie lag vor allem auf der sinnlichen Wahrnehmung beider Partner: Lust geben, Lust empfangen und sie zu kommunizieren. Sexuelle Reaktionen oder Orgasmen sind nebensächlich. Die teilstationäre Therapie zielte neben dem zeitweiligen Verzicht des (ehelichen) Vollzugs insbesondere darauf ab, mit Unterstützung bestimmter Körperübungen Ängste abzubauen, Lust zu entwickeln und die Bedürfnisse des Partners zu verstehen.

Paar steht mit dem Rücken zueinander

Sex ist kein Leistungssport…

...sondern eine ganz besondere Form der Kommunikation zweier Menschen. Durch die Rollenverteilung in einen gebenden und einen nehmenden Partner gelingt es leichter, den betroffenen Paaren den Druck zu nehmen, den anderen unbedingt befriedigen zu müssen. Heute sind die Therapieverfahren deutlich ausgereifter, bieten mehr zeitliche Flexibilität und haben immer auch die Dynamik der Partnerbeziehung im Auge. Allen gemeinsam ist die intensive Arbeit mit dem Pärchen, um es mit speziellen Verhaltensübungen wieder neu auf das Thema Sex zu fokussieren.

Wann ist eine Sexualtherapie sinnvoll?

Wie eingangs erwähnt gibt es hierfür mehrere Gründe:
- Erektionsstörungen
- vorzeitige Ejakulation
- Lustlosigkeit
- Schmerzen
- Orgasmus-Blockade
- Sexsucht
- Untreue
- Krankheiten
- Psychische Probleme(fehlende Akzeptanz des Älterwerdens; das Gefühl, nicht mehr attraktiv genug zu sein)

Egal welches Problem der Auslöser ist. Ein seriöser und erfahrener Therapeut hat für jedes Problem ein offenes Ohr. Apropos seriöse Therapeuten: Das sind in der Regel Ärzte, Psychologen und selbstverständlich Sexualpädagogen, die einen entsprechenden Abschluss nach einer mehrjährigen sexologische Ausbildung vorweisen können. "Sexualtherapeut" ist kein geschützter Begriff.

Paar umarmt sich vor den Augen der Therapeutin

Ursachenforschung: Warum klappt es nicht mehr?

Die wichtigste Frage, die sich vor Therapiebeginn stellt, ist die Frage nach der Ursache. Nur dann wird klar, welche Therapieform die richtige ist, um eurer Sexleben wieder neu zu beleben. Liegt es tatsächlich am Sex oder eher an eurer Beziehung, warum sexuell nicht mehr viel läuft?

Tipp: Wer sich rechtzeitig dem Problem stellt und sich helfen lässt, wird gestärkt aus dieser emotionalen und körperlichen Krise hervorgehen.

Wo liegen die Unterschiede in den Therapiearten?

Nachstehend zeigen wir dir die Unterschiede der wichtigsten Therapiemodelle auf:

Hamburger Modell

- intakter Paarbeziehung bei isoliertem Sexualproblem (Vaginismus, Erektionsstörungen),
- kommt der klassischen Sexualtherapie sehr nahe.

Sexual Crucible Therapie:

Eine sexuell leidenschaftliche Beziehung ist nur möglich, wenn:
- beide Partner eigenständig bleiben,
- sich selbst Halt geben und
- gleichzeitig spirituell miteinander verbunden sind.

Systemische Sexualtherapie:

- behandelt werden sexuelle Unterschiede
- Partner können sexuell aktiv sein, wollen es aber nicht.

Syndyastische Sextherapie

- fördert die Partnerbeziehung.
- schärft die Sinne durch Geben und Nehmen (fallen lassen, halten können),
- erotisches Erlebnis weckt verschüttete Gefühle wie Nähe, Geborgenheit und Lust.

Was du von einer Sexualtherapie erwarten kannst

Ein guter Therapeut nimmt sich Zeit für euch. Das solltest du auch tun. Aber genauso wichtig ist deine innere Einstellung, für deinen/euren Erfolg zu arbeiten. Zeit für die eine bis eineinhalb Stunden dauernde Therapiesitzung und ungestörte Paarzeit; möglichst zweimal wöchentlich für Körperübungen solltet ihr einplanen - auch für die (Neu-) Entdeckung des eigenen Körpers.

Und die Kosten?

Vorab sei erwähnt, dass keine Krankenkasse (weder privat noch gesetzlich) Kosten für derartige Leistungen übernimmt. 80 bis 150 Euro musst du für eine Sitzung bei einem seriösen Therapeuten einplanen. Das ist zugegebenermaßen viel Geld, aber es ist sinnvoll investiert, weil die Therapie dazu beiträgt, wieder guten Sex zu haben, glücklich zu sein und nicht zuletzt lange gesund zu bleiben!

Bildnachweise Fotolia:
1. Bild @ Photographee.eu
2. Bild @ closeupimages
3. Bild @ angelo esslinger

Das könnte Dich ebenfalls interessieren

Paar beim Sex im WasserSüdkoreanerin von Tintenfisch geschwängert!


2 schwule Männer machen Herz mit HändenSex im Wasser - so flutscht es


Bildnachweise Fotolia
1. Bild @ pathdoc
2. Bild @ petunyia

Bereits Mitglied?